„Warum gelten sie als schwierig?“ „Weil ich viel dafür getan habe.“
Markus Lanz Talkshow Interview
Zu Gast sind der FDP-Politiker Gerhart R. Baum, der Krankenpfleger Abdel Yamine Sellou, die Schauspielerin Andrea Sawatzki, der Moderator Pierre M. Krause und der Multimediakünstler André Heller (ab 49:00).
- Ausgestrahlt am Dienstag, 24. April 2012 | ZDF
Dauer: 71:09
Seine Währung ist die eigene Unterhaltsamkeit: Der Künstler André Heller stellt im Volkstheater seine Biografie vor. Das Publikum lässt sich mitreißen und quittiert jede Anekdote mit Applaus — auch die von der Zeugung bei einem Erdbeben. Was er macht, das macht er ganz. Ging in sich und schaute nach, was war: „Entweder man halt’ die Pappn oder man sagt die Wahrheit.“ Wiederholungen gibt es nicht, weder im Leben, noch in der Kunst. Eine allerdings schon, und die erklärt er als eine Art Selbsttherapie: Die Wiederholung seines Lissaboner Feuertheaters in Berlin. Denn, was sich in dieser mit nahezu einer Million Zuschauern hoffnungslos überbuchten Massenveranstaltung unkontrollierbar verselbstständigte, hätte bei einer Panik leicht in einem tödlichen Desaster enden können.
- Eva-Elisabeth Fischer | Süddeutsche Zeitung
Bild: Feuertheater vor dem Berliner Reichstag, 1984.
Photo © Jürgen Sieckmeyer/Britta Michaelis
Feuerkopfe — Teatro de fogo, Lissabon, 1983. Photo © Mario Katzmayr.
Feuertheater, Berlin, 1984. Photo © Jürgen Sieckmeyer/Britta Michaelis.
Sonntag, 22. April 2012, 11:00 Uhr Berliner Ensemble
André Heller — Feuerkopf. Die Biographie.
Lesung und Buchpräsentation.
Mit André Heller und Christian Seiler.
Moderation Jörg Thadeusz.
Berliner Ensemble
Bertolt-Brecht-Platz 1, 10117 Berlin
„Ich glaube, dass man als ein Etwurf zu einem Menschen geboren wird und dann muss man mit grosser Mühe und oft auch mit sehr viel Irrtumern versuchen, aus sich einen Menschen zu machen, der halbwegs gelungen ist. Mein Hauptdrang ist etwas kluger zu sterben als ich geboren wurde.“
- Radio Eins RBB Interview. Dauer: 07:11
Ausgestrahlt am Freitag, 20. April 2012.
Freitag, 20. April 2012, 20:00 Uhr Münchner Volkstheater
André Heller — Feuerkopf. Die Biographie.
Lesung und Buchpräsentation.
Mit André Heller und Christian Seiler.
Moderation Thorsten Otto.
Münchner Volkstheater
Brienner Straße 50, 80333 München
Ferdinand lebt in einer Art Factory in Brooklyn mit Filmemachern und anderen Musikern und ist ein hochbegabter und sehr amüsanter, feinsinniger Dandy. Er will sich in der New Yorker Höhle des Löwen mit den hungrigsten und konkurrenzsüchtigsten Typen der Welt messen. Leicht macht er es sich nicht, und er will alles, wenn irgend möglich, ohne Hinweis auf den Vater erreichen. Mir imponiert das nachhaltig. Manchmal wünschte ich, es wäre meiner Biografie vergönnt gewesen, etwas später Erfolg zu haben, dann wäre ich mit Sicherheit sehr früh aus dem deutschsprachigen Raum herausgegangen. Aber ich wurde schon mit zwanzig durch mein Popstartum für allzu lange hier festgenagelt.
- André Heller im großen Format-Interview
Bild: Feuerkopf Innencover.
Ich werde den Anima-Park in diesem Leben nicht in all seiner Pracht und Herrlichkeit erleben, weil man ihm Jahrzehnte Entwicklung gönnen muss. Aber wenn ich meine Augen schließe und einatme, sehe und rieche ich schon jetzt das Wunder, das er einmal sein wird. Die große Herausforderung meiner Generation ist es ja, so viel wie möglich an Beschädigung, Verarmung und Grobheit von den nächsten Generationen fernzuhalten. Und was ich derzeit am Fuß des Atlas-Gebirges mit meinen Verbündeten an freudiger Anstrengung unternehme, ist ein kluges Investment in die Zukunft. Das Weitergeben einer Qualitätsstafette an meinen Sohn, meinen Enkel und jene, die noch gar nicht geboren sind.
- André Heller im großen Format-Interview
Bild © Harald Eisenberger
Als André Heller empfangen wurde, bebte die Erde. Eines der Nachbeben des großen Erdbebens von Sierre-Ayent, das Ende Mai 1946 den Kanton Wallis schwer in Mitleidenschaft gezogen hatte, brachte auch ein Doppelbett im Grand Hotel von Montreux zum Zittern, in dem sich der gerade aus dem Londoner Exil zurückgekehrte Verbindungsoffizier der französischen Armee, Stephan Heller, mit seiner Gattin Elisabeth spätnachmittags auf die Ausübung der ehelichen Pflichten besann. „Interessant, dass mein Vater ein Erdbeben brauchte, um einen Orgasmus zu haben“, sagt Heller, dem der Gedanke freilich zu gefallen scheint: Wer würde die eigene Entstehung nicht gern als Naturereignis betrachten?
- Aus: Christian Seiler, Feuerkopf
Bild © Harald Eisenberger
André Heller zeigt die Kraft und das Potenzial, wie viel eine Einzelperson bewegen, verändern, organisieren — ganz österreichisch formuliert — „aufstellen“ kann. Er schlüpft im Laufe seines abwechslungsreichen Lebens auf eine fast märchenhafte Weise in so viele Rollen, das man glauben muss, es reicht zu beschließen, dass man was kann. Im Unterschied zu vielen anderen „kann“ er wirklich. Seien es schwimmende Riesen aus Bambus in den Hafen von Hongkong zu zaubern, sei es, indisches Tanztheater für einen Tag zu inszenieren, Broadwayaufführungen in New York zu verantworten, künstlerisch anspruchsvolle wie vergnügliche Familienrummelplätze in Hamburg zu organisieren, Interventionen in Gartenanlagen zu setzen oder berührende Filme als Zeitgeschichtsdokument zu drehen. Freilich: Ohne die vielen Helferlein ginge auch bei Heller nichts, aber auch die gilt es zu ermächtigen und zu koordinieren. Und das eben nicht nur einmal.
- Florian Novak hat Feuerkopf gelesen.
Bild: Bamboo Man, Hongkong 1992. Photo © Murray White.





